Umweltfreundlich, biologisch abbaubar & Co. – wie grün sind Reinigungsmittel wirklich?

Admin  –  2025-09-24
Wissen

Umweltfreundlich, biologisch abbaubar & Co. – was steckt wirklich dahinter?

„Grün drauf, aber auch grün drin?“ Immer mehr Reinigungsmittel tragen Schlagworte wie „vegan“, „100 % natürlich“, „umweltfreundlich“ oder „plastikfrei“. Solche Begriffe klingen gut – aber halten sie auch, was sie versprechen? Die Wahrheit ist: Viele dieser Aussagen sind weder geschützt noch geprüft. Manche sind selbstverständlich (z. B. „phosphatfrei“, obwohl Phosphate längst verboten sind), andere so vage, dass sie fast nichts aussagen („nachhaltig produziert“).

Das Problem: Verbraucherinnen und Verbraucher wollen etwas Gutes tun, wenn sie zu einem „grünen“ Produkt greifen. Doch oft steckt hinter dem Versprechen nicht mehr als cleveres Marketing. In der Fachwelt spricht man hier von Greenwashing – also Werbung, die mehr Schein als Sein ist.

Wir möchten für Klarheit sorgen. Als Hersteller von Reinigungsmitteln zeigen wir, welche Begriffe Sie kritisch hinterfragen sollten, wo gesetzliche Vorgaben längst Standards setzen und woran Sie echte ökologische Qualität erkennen können. Kurz: Wir wollen aufklären, damit Sie bewusst entscheiden können – ohne sich von Schlagworten täuschen zu lassen.

Schlagworte unter der Lupe – was sie wirklich bedeuten

🌿 „Umweltfreundlich“, „Öko“ oder „grün“

Klingt nach: schonend für Natur und Gewässer.

Realität: Nicht geschützt, keine einheitliche Definition. Ohne konkrete Erläuterung bleibt es eine leere Hülse.

🌿 „Biologisch abbaubar“

Klingt nach: löst sich vollständig in der Natur auf.

Realität: Die EU-Detergenzienverordnung (648/2004/EG) schreibt vor, dass alle Tenside in Wasch- und Reinigungsmitteln leicht biologisch abbaubar sein müssen – Wer mit „biologisch abbaubar“ wirbt, erfüllt damit zunächst nur den Mindeststandard.

Mehrwert entsteht nur, wenn: die gesamte Formulierung betrachtet wird (z. B. Verzicht auf schwer abbaubare Duftstoffe oder Silikone) und Abbauraten transparent gemacht werden.

🌿 Greenwashing – schöne Worte, wenig Substanz

  • „Frei von Phosphaten“: seit Jahren vom Gesetzgeber sowieso stark eingeschränkt – kein Alleinstellungsmerkmal.
    • Bereits 2013 wurde in der EU die Verwendung von Phosphaten in Haushaltswaschmitteln weitgehend verboten (Verordnung (EU) Nr. 259/2012).
    • Seit 2017 gilt das Verbot auch für Geschirrspülmittel für den Hausgebrauch.
    • Hintergrund: Phosphate fördern die Überdüngung (Eutrophierung) von Gewässern und belasten so Umwelt und Trinkwasseraufbereitung.
    • Heute ist der Hinweis „phosphatfrei“ also kein besonderer Vorteil mehr, sondern gesetzlicher Standard.
  • „Vegan“: bei Reinigungsmitteln fast immer selbstverständlich; klingt modern, sagt aber wenig aus.
  • „Natürlich“: Naturstoffe können auch allergen oder schwer abbaubar sein – „Natürlich“ klingt positiv, sagt aber nichts über die Umweltverträglichkeit oder Sicherheit eines Stoffes aus.
    • Ätherische Öle (z. B. Teebaum- oder Zitrusöl): können stark allergen wirken und Hautreizungen auslösen.
    • Saponine aus Pflanzen: wirken als „natürliche Tenside“, können aber für Wasserorganismen giftig sein.
    • Gerbstoffe: natürliche Stoffe, die in Kläranlagen schwer abgebaut werden können.
    • Natürliche Duftstoffe (z. B. Limonen, Linalool): kommen biologisch vor, gelten aber als häufige Allergene und sind nur langsam abbaubar.
  • „Dermatologisch getestet“: ohne Ergebnis/Standard nichtssagend.

Merke: Greenwashing arbeitet mit schwammigen oder selbstverständlichen Aussagen, die mehr Image als Information liefern.

🌿 Verpackung & Recycling – Plastik ist nicht gleich Plastik

Oft herrscht die Meinung: „Plastik = schlecht, Papier = gut“. Doch in der Praxis entscheidet die Recyclingfähigkeit über die Nachhaltigkeit:

  • Verbundverpackungen (z. B. Papier-Kunststoff-Laminate) werden häufig als „nachhaltig“ dargestellt. Tatsächlich können sie in der Kreislaufwirtschaft nicht recycelt werden, da sich die Schichten nicht trennen lassen. Solche Verpackungen landen meist in der Verbrennung.
  • Sortenreine Kunststoffe wie HDPE (High-Density Polyethylen) hingegen sind sehr gut recyclingfähig. HDPE lässt sich einfach wiederverwerten und hat in der Praxis hohe Recyclingquoten.
  • Glas ist zwar ebenfalls recyclingfähig, aber für Reinigungsmittel durch sein hohes Gewicht und die CO₂-Belastung beim Transport ökologisch nachteilig.
  • Papierverpackungen für Flüssigkeiten müssen fast immer mit Folien beschichtet werden und sind daher ebenfalls Verbundmaterialien – mit schlechtem Recyclingprofil.

Mit unseren HDPE-Verpackungen setzen wir bewusst auf ein Material, das wirklich Teil einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft ist: robust, chemikalienbeständig, leicht und vollständig recycelbar.

🌿 „Plastikfrei“

Klingt nach: per se besser für die Umwelt.

Realität: Häufig bedeutet es den Einsatz von Papier-Verbunden, die nicht recycelbar sind. Das verhindert Kreislaufwirtschaft statt sie zu fördern.

🌿 „Dermatologisch getestet“ / „hypoallergen“

Ohne Angaben zum Ergebnis (z. B. „sehr gut“) oder zur Prüfmethode bleibt die Aussage vage. „Hypoallergen“ ist nicht geschützt und keine Garantie für Verträglichkeit.

🌿 „Nachhaltig“ oder „nachhaltig produziert“

Ein sehr weiter Begriff. Ohne Präzisierung bleibt offen, ob Rohstoffe, Energie, Transport oder Verpackung gemeint sind. Seriös ist nur, was transparent belegt wird.

Fazit für Verbraucher: Viele Schlagworte erzeugen ein „grünes Image“, sind aber ohne Belege kaum belastbar. Verlässlich sind klare Angaben und unabhängige Prüfzeichen (z. B. Blauer Engel, EU-Ecolabel).

Worauf Kunden wirklich achten können

  • Zertifizierungen (z. B. Blauer Engel, EU-Ecolabel, Ecocert)
  • Transparente Inhaltsstoffangaben (gemäß Detergenzienverordnung)
  • Keine Mikroplastik-Partikel, keine schwer abbaubaren Silikone
  • Rohstoffe verantwortungsvoll eingesetzt (inkl. Herkunft/Begründung)
  • Verpackungen aus recyclingfähigem HDPE statt Verbundmaterialien
  • Hochkonzentrate (weniger Verpackung, weniger Transportvolumen, weniger Lagerplatz)
  • Ohne Duftstoffe (schont Umwelt und Abwasser, vorteilhaft für sensible Haut)

Unser Anspruch als Hersteller

  • Biologisch abbaubar: Alle Tenside entsprechen den gesetzlichen Vorgaben; zusätzlich verzichten wir auf schwer abbaubare Zusätze.
  • Mikroplastikfrei: Keine festen oder flüssigen Kunststoffe, die ins Abwasser gelangen können.
  • Nachhaltige Verpackung: Konsequenter Einsatz von sortenreinem HDPE, vollständig recyclingfähig – statt irreführend „grüner“ Verbundverpackungen.
  • Hochkonzentrate: Gleiche Leistung bei weniger Dosiermenge – spart Material, CO₂ und Kosten entlang der gesamten Lieferkette.
  • Ohne Duftstoffe: Bewusster Verzicht auf Parfümstoffe – gut für Umwelt, Abwasser und Allergiker.
  • Transparenz statt Greenwashing: Wir erklären nachvollziehbar, wie unsere Produkte wirken und was sie enthalten.
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